ROSS THE BOSS - The new leaders in Metal? Endlich ist es soweit und eine in Fankreisen lang erwartete Scheibe erblickt das Licht der Welt. Eigentlich wollten Patrick Fuchs , Carsten Kettering und Matthias Mayer schon Schluss machen, mit ihrer MANOWAR Coverband MEN OF WAR. Doch just, als der Abschlussgig in Planung war, kam der Ruf vom ehemaligen MANOWAR Gitarrist Ross, der eine Band für das Keep It True-Festival brauchte. Auf diesem Festival der True Metal Warriors begann das, was uns heute als CD vorliegt. Das Interesse an ROSS THE BOSS, wie die Band dann genannt wurde, stieg stetig an und es erfolgten Konzerte in ganz Europa. Carsten Kettering nahm sich die Zeit und stellte sich meinen Fragen.
Hallo Carsten, ihr wart die Tage erst in Rumänien. Da soll ganz schön was los gewesen sein, oder? Hallo Matthias, ja das kann man wohl so sagen. Wir hatten das Vergnügen mit erstklassigen Bands, PRIMAL FEAR und JUDAS PRIEST, die Bühne zu teilen und vor gut geschätzten 15 000 Besuchern unsere neue Platte vorzustellen. Den Anfang dieses Festivaltages machten zwei starke junge Bands, WISDOM und THUNDERSTORM, mit denen wir auch nach dem Gig den Abend feierlich begossen haben : Das Festival war super organisiert und wir wurden fürstlich betreut, dafür möchte ich mich auch an dieser Stelle bei den Organisatoren bedanken.
Wir beide kennen uns nun schon seit geraumer Zeit. Wir waren 2006 zusammen mit IVORY NIGHT in Italien, als ihr in der Nähe von Piacenza zwei Gigs mit DARK HORIZON gespielt habt. Hast du damals daran gedacht, dass solche Auslandskonzerte für dich zu Regel werden könnten? Um ehrlich zu sein JA!!! Denn ich bin mit 100%iger Leidenschaft bei der Sache was Musik angeht und ich bin bereit für weitere Reisen und größere Konzerte. Angefangen als "Teenagergedanke", der bei den meisten Leuten als "Träumerei" aufgefasst wurde, entpuppt sich nun als Realität. Wir waren ja auch mit IVORY NIGHT schon in Peru und Ecuador. Aber alleine schafft man so was nicht. Man muss als Band eine geschlossene Einheit sein, mit dem gleichen Ziel und dieses Ziel immer anvisieren. Das ist so bei ROSS THE BOSS und auch bei IVORY NIGHT. Die Band ist die "Person" die die Gigs spielt, und ohne den Fan der die Musik hören möchte, gibt's keine richtige Band.
Wie ist denn das Verhältnis in der Band ROSS THE BOSS und wann seid ihr zu dem Entschluss gekommen, ein Album einzuspielen? Das Verhältnis in der Band ist grandios. Wir ziehen alle an einem Strang und es macht uns Vieren riesigen Spaß zu proben, zu komponieren und live aufzutreten. Die Idee für ein ganzes Album kam von Ross, der nach dem Keep It True Gig davon überzeugt war, dass die Band auch genug Potential hat mit eigenen Songs zu bestehen. Dann wurden mit WE WILL KILL und I GOT THE RIGHT zwei Demos aufgenommen und Oliver Weinsheimer vom KIT Festival hat dieses Demo AFM gegeben. Dann kam auch schon der Vertrag. Also ging alles reibungslos über die Bühne, wie in einem vorhersehbaren Hollywoodschinken ;-)
Ist man eigentlich nervös, wenn man neben einer solchen Legende auf der Bühne steht oder die Songs im Studio einspielt? Nein. Das erste Treffen war schon eine Art von Herausforderung für Patrick, Matthias und mich. Man spielt immerhin mit DEM Ross The Boss, HALLO ??? Aber Ross war von Anfang an so locker und hat auch direkt jeden Druck von einem genommen. Er spielt sich nicht als Star auf, nach dem die Musiker wie im Kasperle- Theater tanzen müssen. Nein, es ist eine lockere, entspannte Atmosphäre in der Band. Als Ross seine Ideen für die Platte vorgestellt hatte, haben wir alle daran gearbeitet. Es wurde diskutiert, umarrangiert und komponiert. Jeder Musiker in der Band ist gleichberechtigt. Also alles ohne Nervosität, sondern eben wie es jede x-beliebige Band auf dieser Welt auch macht, oder machen sollte… Auf der Bühne ist es gleich. Wenn ich während eines Stückes zu Ross rüber rennen will um mit ihm kräftig zu moschen, dann mach ich das einfach, selbst die 15 000 Leute in Rumänien haben mich nicht nervös gemacht. Es ist einfach nur das Geilste auf der Bühne zu stehen, oder im Studio Songs einzuspielen.
"Blood Of Knives" oder "We Will Kill" sind klasse Songs, ganz in der Tradition der alten MANOWAR. Setzen die Amerikaner heute mehr denn ja auf Bombast, denn auf Metal, so geht ihr den gänzlich anderen Weg. Will Ross zusammen mit euch die Flamme der 80er wieder entzünden, die damals mit "Battle Hymn" oder "Hail To England" zu brennen begann? Ross The Boss spielt in erster Linie seinen Stil. Diesen Stil hört man ja auf den ersten sechs MANOWAR Alben, und für mich lassen die aktuellen MANOWAR Alben diesen Stil vermissen. Und so lange der Welt diese sechs Alben nicht vorenthalten werden ist die Flamme ja auch noch nicht erloschen ;-) Wir schreiben die Songs ohne irgendeine Platte als "Vorzeige-Pimmel" genommen zu haben, um genau so klingen zu sollen. Zum Beispiel CONSTANTINES SWORD, meiner Meinung nach einer der stärksten Songs auf der Platte, ist ja ein total anderer Stil als man ihn von Ross kennt. Die Idee zu IMMORTAL SON entsprang aus einer meiner Ideen, und wenn ich was mache, dann entspringt das eben gerade aus der Idee heraus, aus dem Feeling. Sicherlich hat die Platte im Gesamten diesen besonderen "Touch", aber das ist doch gerade das Geile daran. Wenn andere Bands mehr auf Bombast legen, als auf den Song als solchen und gänzlich die Wurzeln vergessen haben woher sie kommen, dann finde ich das aus Fanaugen eher schade.
Ich spreche jetzt mal zwei Songs des Albums an, die nicht ganz typisch für traditionellen Metal sind, aber auffallen und sich für meinen Geschmack total unterscheiden. "Matador" finde ich persönlich echt klasse. Die Songidee und die spanische Gitarre, tolle Abwechslung auf "New Metal Leader". Aber was zum Teufel soll denn der Song "Constantine's Sword sein? Patricks Gesang klingt verdammt komisch und eine klare Songstruktur kann ich irgendwie auch nicht erkennen? *lach, ja MATADOR. Ross hat uns diese Idee per E-Mail und MP3 geschickt, und wir sagten nur, dieser Song wird nix. Konnten damit nix anfangen. Dann haben wir bei unserer ersten Songwriting-Session MATADOR gespielt und er hat eingeschlagen wie eine Bombe. CONSTANTINES SWORD ist ja mein Liebling!!! Ein schöner Kontrast zu den anderen Liedern, vielleicht etwas moderner gehalten. Da ist vielleicht der Grund wieso er Deiner Meinung nach aus dem Rahmen fällt. Der Song endet mit Bass-Gitarren-Solo im Wechsel. Den Gesang find ich auch geil. Als Künstler ist es wichtig vielseitig zu sein. Man darf sich nicht immer an irgendwelche ungeschriebenen Gesetze halten, dass jeder Song "gleich" sein muss. Und es zeichnet ja auch einen Sänger aus, dass er auch anders kann. Ich finde, dass jeder Song in das Gesamtbild der Platte passt. Zum Beispiel wurde auch DEATH AND GLORY von anderen kritisiert, alles in allem ist es eben Geschmack, und darüber lässt sich nun mal nicht streiten. Aber eins ist gewiss. Wenn wir einen Song schreiben und die Band den scheiße findet, dann kommt er erst gar nicht auf die Platte…
Wer hat denn das tolle Cover verbrochen. Da könnte man ja wieder heulen, dass es keine Schallplatten mehr gibt, oder ist ein Vinyl geplant? Doch doch, es gibt eine Vinyl : Das Cover hat Dimitar Nikolov, ein Bulgarischer Künstler entworfen. Geile Arbeit, Dimitar :
Mit "Immortal Son" gibt es zum Schluss des Albums noch eine große, epische Hymne im Stile von "Bridge Of Death". Habt ihr für künftige Alben vor, diesen Mittelweg, zwischen epischen Hymnen, Killersongs ("We Will Kill") und Kommerzhymnen ("May The Gods Be With You") weiterzugehen oder schaut ihr zunächst mal, was bei den Fans am besten ankommt? Ich denke, die Songs kommen wie sie kommen. Es wird bestimmt wieder Lieder geben, die auch auf NEW METAL LEADER Platz gefunden hätten. Bis jetzt habe ich weitere Ideen für einen epischen Song vorbereitet. Das ist auch das Tolle an der Band, dass wir ein unerschöpfliches Arsenal an Songs haben. Es wäre ein Fehler zu denken, wenn wir uns zum Ziel setzen: Wir brauchen unbedingt weitere Songs wie…blablabla. Es wird neue Songs geben !!!
NIEMALS !!! IVORY NIGHT hat ja nix mit ROSS THE BOSS zu tun ;-) Auch da bekommen wir viel Freiheit, damit es keinerlei Terminüberschneidungen gibt. Ross befürwortet sogar unsere Aktivität bei IVORY NIGHT.
IVORY NIGHT kommt garantiert nicht zu kurz, im Gegenteil. Wir veröffentlichen im Oktober unsere neue Maxi-Singel "Go Braves". Wir haben für die Basketballmannschaft aus Kaiserslautern/Homburg eine Hymne geschrieben. Weiterhin arbeiten wir mit Hochdruck an einer neuen Platte, und NEIN, IVORY NIGHT hat noch keinen Plattenvertrag und IVORY NIGHT ist auch gerne bereit sich einige Angebote anzuhören. Eins kann ich aber versprechen. Die nächste IVORY NIGHT CD wird wieder anders sein als unsere letzte Platte MACHINE und sie wird garantiert ein weiterer Schritt nach vorne für IVORY NIGHT werden. Ich liebe die neuen Songs von IVORY NIGHT total und für mich persönlich wird diese neue Platte ein absoluter Meilenstein für IVORY NIGHT werden.
Aber das können wir mal gerne ausführlich in einem separaten Interview besprechen.
Da kann man doch nur hoffen, dass es dem sympathischen Basser gelingt, seine beiden Bands unter einen Hut zu bringen und die ROSS THE BOSS Band im Herbst eine amtliche Tour hinlegen wird, bei der sich alle alten MANOWAR Fans davon überzeugen, wer die Wurzeln weiter trägt und welche Bedeutung Ross für die Amerikaner hatte. Hoffentlich kommt es im dortigen Lager nicht zum Schnellschuss, dass man die aufkeimende Popularität von Ross nutzen und mit der Originalbesetzung wieder ein paar Dollar scheffeln will. Das wäre äußerst schade, für die aufstrebende Pflanze, die sich ROSS THE BOSS nennt und ein verdammt starkes Debütalbum abgeliefert hat, dessen Titel Programm ist. |
| (Matthias Decklar) |