Ivory NIGHT

-Ever be our friends-

Verändert man einen der besten Songtitel der Lauterer etwas, so kommen wir zu obiger Wertschätzung. Die Band begleitet die Metalheads Remigiusland seit den Anfangstagen und wir können wohl sagen, dass man zusammen schon einiges erlebt hat. Das neue Album war natürlich Anlass, bei Basser Carsten mal genauer nachzufragen, was sich so im letzten Jahr getan hat und das war einiges!

 

Hallo Carsten, das neue Album hat endlich das Licht der Welt erblickt. Die Geburt war allerdings eher ein Kaiserschnitt, gell?

Hallo Matthias. Ja, ein dreiviertel Jahr hat es nun gedauert, das neue Album einzuüben, einzuspielen, aufzunehmen und letztendlich abzumischen. Die Arbeiten begannen im Oktober 2006 und nun, rechtzeitig zum CD Release am 29.06. auf dem Universitätssommerfest in Kaiserslautern, soll das Teil gepresst und für den Vertrieb frei gegeben sein. Kaiserschnitt möchte ich in diesem Falle eher nicht sagen, eher eine Art Frühgeburt, wenn man die Arbeiten und Strapazen der ersten CD begutachtet. Die erste CD hat zwei !!! Jahre gedauert. Natürlich wollten wir unsere CD"MACHINE" bereits im April 2007 veröffentlichen, jedoch gab es einige technische Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten, sodass wir uns entschlossen hatten, die CD bei Ronny Lang und Vera Nicklas (Vocalcoaches von Patrick http://www.vocallessons.de) produzieren zu lassen. Hinzu kam noch die Südamerika Tournee im März, sodass wir auch nicht aktiv in unserem ersten Studio vor Ort eingreifen konnten. So waren der damalige Produzent sowie die Band unglücklich über den Verlauf und man hat sich in Güte von der vertraglichen Verpflichtung trennen können.

 

Natürlich ist ein aktuelles Album immer das jeweils beste der Band. Wo liegen denn deiner Meinung nach die Unterschiede zum wahrlich guten Debüt?

Das Debüt "7-Dawn Of The Night" betrachtet die Band als eine Art "Best Of" der damals vergangenen sieben Jahre IVORY NIGHT. Wir haben eine Fülle von alten Songs, die bestimmt zwei weitere CDs voll machen würden, aber das ist alles Schnee von gestern. Das Album "MACHINE" wurde erstmals in der Bandgeschichte von IVORY NIGHT in einer intakten Besetzung komponiert, arrangiert und aufgenommen, ohne dumme Besetzungswechsel, wie wir es in der Vergangenheit oft genug hatten. So betrachte ich die aktuelle CD als eigentliches Debüt, weil sich jeder einbringen konnte. Durch die Ideen von unserem Drummer Volker Schick gewinnt IVORY NIGHT wahrlich an musikalischer Flexibilität. Es passiert rhythmisch mehr als beim Vorgänger. Wir probieren auch unterschiedliche Einflüsse aus. IVORY NIGHT steht ab sofort nicht nur für melodischen Heavy Metal, wie wir nach der ersten CD beschrieben wurden. Das neue Album enthält unterschiedliche stilistische Eigenschaften, so dass wir unsere Musik schlicht und einfach als Heavy Metal bezeichnen wollen. Es ist auf alle Fälle für jeden etwas dabei, sei es Thrash, Death, Power, Melodic, Heavy, True, Rock, Swing, Jazz, Grind oder Klassik.

 

Ihr habt als Band im letzten Jahr eine Ochsentour hinter euch, die sich aber wohl langsam auszahlt, was der Gig beim KIT zweifelsohne belegt.

Nun, alleine durch die Zusammenarbeit mit ROSS THE BOSS von Manowar werden schon einige Leute hellhörig, wenn es um IVORY NIGHT geht, obwohl es zwei Paar Schuhe sind. Natürlich lernt man durch die Aktivitäten mit Ross auch einige Veranstalter kennen. Der Gig auf dem Keep It True Festival war bisher der größte Gig, wenn man es von Seite der Medienpräsenz betrachtet. Aber auch der Gig auf dem RockMania Festival war nicht ohne. Scheiß drauf, ob wir in kleinen Clubs oder auf Festivals spielen. Hauptsache, wir können den Heavy Metal Fans vor der Bühne eine gute Show bieten und sie mit unserer Musik so begeistern, wie wenn wir auf die Bühne gehen. Ob ein Gast oder eintausend, IVORY NIGHT ziehen ihr Ding durch und wir werden immer Spaß dabei haben!

 

Ihr hattet zwei Auslandstermine. Zunächst wart ihr im Juni 2006 bei der italienischen Band DARK HORIZON zu Gast in Piacenza. Schilder mal deine Eindrücke von dieser Tour!

DARK HORIZON sind gute Freunde von uns geworden. Wir haben uns ja auch in Deutschland schon des Öfteren die Bühne teilen dürfen…dank den Metalheads Remigiusland. Was ich an der Tour schade finde, und das in erster Linie im Hinblick auf so eine gute Band wie DARK HORIZON, ist, dass in Italien wohl keine echte Metal Szene existiert. Es waren relativ wenige Fans auf den Konzerten und die Clubs oder Veranstaltungsorte waren recht unfair, was Gagenzahlung betrifft. Aber im Gesamten war es wunderbar wie DARK HORIZON uns allen dieses Wochenende versüßt hat. Dabei denke ich an das gemeinsame Mittagessen mit traditionellen Speisen, aber auch das Fußballspiel Italien - Deutschland auf dem Bolzplatz war eine Bereicherung zur Festigung unserer Freundschaft… natürlich war auch das Wetter Weltklasse ;-)

 

Euer persönliches Highlight war sicherlich die Südamerikatour. Wie kam es denn zu diesen Gigs und wie ist die Reise verlaufen?

Durch unsere Promo zur ersten CD habe ich das Teil in alle Ecken und Enden dieses Planeten verschickt. So kam es, dass ein gewisser Lalo aus Peru einen Song von uns auf einen Sampler packen wollte. Wir stimmten dem zu und fragten mit einem Augenzwinkern, wie es mit einer Tour durch sein Land aussähe. Er meinte, er sei Promoter für Bands und das sei kein Problem. Also machten wir das mal einfach ohne zu wissen, was uns erwartet. Die Reise ist absolut super verlaufen. Die Hallen waren gefüllt (200 - 400 Zuschauer) und die Resonanz mehr als überschwänglich. Im Vergleich zu Deutschland ist in so einem ärmeren Land ein Konzert ein absolutes Highlight. Die Metalfans kommen aus allen Löchern und einer feiert wie tausend. Auch dort haben wir viele Freunde gewonnen und unser Bekanntheitsgrad ist dadurch auch gestiegen. Natürlich war alles super stressig. Zwölf Stunden Busfahrt war da nix von einem Ort bis zum anderen. Das heiße Wetter und auch die Höhenunterschiede waren sehr krass. Der höchste Ort, den wir passierten, war 5000m hoch und die höchste Stadt 3800m. Aber wir betrachteten die Tour als eine Art Trainingslager für unsere Aktivitäten in Deutschland. Nun kann uns nix mehr schocken

 

Alle Bandmitglieder haben neben IN ja noch andere Dinge laufen. Du und Sänger Patrick Fuchs seid ja ein Teil der ROSS THE BOSS Band. Wie ist denn der Ex-Manowar Gitarrist so und wie habt ihr die Gigs auf den großen Festivals erlebt?

Ross Friedman ist einfach ein guter Kumpel, ein super Gitarrist und Musiker, von dem man viel lernen kann. Er lässt uns unsere Freiheiten, wenn es um das Komponieren von eigenen Stücken geht und er ist immer total relaxt. Wir tourten mit ihm in Griechenland und Italien, wir haben immer Spaß und es gab niemals Unstimmigkeiten. Er lässt auch nicht den Star raushängen, der er zweifellos ist. Wir sind gleichberechtigte Musiker unserer Band und werden nie in eine Zwangsjacke von ihm gesteckt. Zusammen mit Matthias Mayer am Schlagzeug sind wir zu einer Einheit gewachsen und jedes Konzert macht Spaß Spaß Spaß : Ein absolutes Erlebnis war ohne Zweifel der Auftritt auf dem Rock Hard Festival. Die Arena war gefüllt, als wir auf die Bühne kamen und die Fans machten wie wild. Aber auch das ganze Drumherum war ein schönes Erlebnis. Wir lernten das Rock Hard Team um Götz Kühnemund kennen und erlebten einen echt harmonischen Tag mit diesem tollen Team. Dafür möchte ich mich auch an dieser Stelle bei dem ganzen Rock Hard Team im Namen der ROSS THE BOSS Band bedanken.

 

Plant ihr nach der Veröffentlichung des Albums eine Tour mit einem größeren Headliner oder setzt ihr weiter auf viele kleinere Gigs, um so euren Bekanntheitsgrad weiter in der Szene zu steigern?

Wir werden einige Club Gigs aber auch noch einige Festivals spielen. Ein größerer Headliner war mal im Gespräch, jedoch wollen wir uns darauf nicht versteifen. Wie ich bereits erwähnte zählt bei uns der Spaß. Unser Booking Manager Jens Manegold plant ab Oktober einige Konzerte und da werden wir wohl den Headliner Status übernehmen, auch wenn uns in verschiedenen Clubs keiner kennt. Aber wir arbeiten daran. Zusammen mit Jens haben wir ein Konzept entworfen, welches bereits Früchte trägt. Kommt ein Angebot für 'nen Gig, werden wir das annehmen, denn es gibt nichts schöneres, als auf der Bühne zu stehen, und diese Einstellung sollte ein Musiker nie vergessen…denn dann ist er mit seiner Musik tot!!!

 

Ich denke, die Lauterer sind in allen Bereichen auf dem richtigen Weg und in einigen Jahren wird der Name IVORY NIGHT in der europäischen Szene einen Ruf wie Donnerhall haben. Die vielen Konzerte und das überragende Album "Machine" im Rücken, werden den Pfälzern einige Türen öffnen und das KIT dürfte nur der Anfang gewesen sein, was größere Gigs angeht. Zudem wird man über die ROSS THE BOSS Band, den eigenen Bekanntheitsgrad immer wieder steigern können, wobei sich die Band musikalisch hinter niemandem verstecken muss.

(Matthias Decklar)