Keeper 3 Tour – SB, Garage – 08.01.06 Etwas skeptisch war man ja schon, nach der Ankündigung der Band, eine dritte Keeper Scheibe auf die Menschheit loszulassen und das im Abstand von 17 Jahren, nach den beiden masterpieces Keeper 1 und 2, mit Ausnahmesänger Michael Kiske an den vocals. Für die meisten war danach Helloween nicht mehr Helloween, denn ohne Kai Hansen (Gamma Ray) und Kiske brachte man zwar anständige Alben auf den Markt, das Niveau der ersten drei Scheibletten, von der seeligen Mini LP ganz zu schweigen, wurde allerdings nie wieder erreicht. Egal, die aktuelle Scheibe ist nicht so schlecht wie von vielen erwartet und bietet einige erstklassige Songs, wie immer eigentlich. Legendär ist für mich heute noch das Keeper 1 Konzert im Saalbau in St. Wendel, 1987. Mit OVERKILL als Special Guest, wurde alles in Grund und Boden gespielt. Die Amis und hinterher die Kürbisköpfe zerlegten den Bau in Schutt und Asche und selten habe ich danach auch nur annähernd eine solche Begeisterung auf Konzerten gesehen. Dass es so nicht wieder werden würde war klar, doch wie Nach dem PRIMAL FEAR einen starken Gig in die Menge gefeuert hatten und endlich etwas mehr Abwechslung zu bieten haben, stieg die Spannung doch merklich.
Mit dem erwarteten "The king for a thousand years" eröffneten die Hamburger und das Publikum war gewillt, die Band mit offenen Armen zu empfangen. Danach machten es Helloween einfach richtig und feuerten mit "Eagle fly free" und dem starken "Hell was made in heaven" zwei Kracher vor dem Herrn in die staunenden Gesichter und hatten die Zeichen damit auf Sieg gestellt. Im Anschluss folgte eine endgeile Version von "Keeper of the 7 keys", die von nahezu allen Anwesenden fehlerfrei mitgesungen wurde, Gänsehaut! Diese war noch nicht vorüber als die ersten Takte der Überballade "A tale that wasn't right" folgten, die Andy Deris vortrefflich intonierte. Den Tränen nahe, konnte man sich beim anschließenden Drumsolo, bei dem sich Markus Großkopf am Minidrum, mit seinem Kollegen Löble duellierte, etwas erholen.
Den zweiten Part eröffnetet das etwas zu sperrige "Occasion Avenue", dem "Mr. Torture" auf dem Fuß folgte. Auffälig wurde hier, dass Deris, der eine absolut gute Sangesleistung ablieferte, weit weniger Probleme mit den "Kiske-Songs" zu haben schien, als mit seinen eigenen. Das obligatorische Gitarrensolo folgte auf dem Fuß, bei dem sowohl Weiki, wie auch dessen Gegenpart Sascha Gerstner, ihre Klasse unter Beweis stellen konnten. "If I could fly", "Power" und "Future World" sorgten dann für ein dickes Maß an guter Laune und die Menge schüttelte freudig die Mähnen, die zum Teil schon ein wenig abgenutzt schienen, doch auch der metallische Nachwuchs war an diesem Abend zu sehen. Mit "The invisible men" endete das reguläre Set und die Jungs schnappten mal nach Luft.
Die Band gab den lauten Zugaberufen schnell nach und kam mit "Mrs God" und "I want out" mächtig zurück. Auch danach gab das tolle Saarbrücker Publikum noch keine Ruhe und die Frage war nun, was kommt noch. Dass man es nicht jedem Recht machen kann ist klar. Mein Nachbar wollte einen Hunderter für "Ride the sky" zahlen, ich wollte gerne "Halloween" als logischen Abschluss sehen, da man so alle langen Stücke gespielt hätte und den, meiner Meinung nach, besten Song der Keeper Ära mit im Programm gehabt hätte. Die Band sah die anders und schickte zum Abschluss den guten "Dr. Stein" nochmals in den OP, auch gut! Fazit: Geiles Konzert, geile Bands, geiles Publikum. Störfaktor: Die Garage war wohl mit dem Ansturm der trinkfesten Metaller etwas überfordert. Zuerst gingen die Mischbeilagen aus und als die Bude rechts von der Bühne leer gesoffen war, kostete das Bier 50 Cent mehr. Wer soll das verstehen?! Aber keine Angst, bei der Keeper 4 sind wir wieder dabei!
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| by Matthias Decklar |
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