Josh Kramer from SAINT
- Kaiserslautern – JUZ - 07.10.2005

"Ich habe grad noch Pipi gemach, ok Josh Kramer!?"

Dieser Satz, ausgesprochen von Stefan Langs' Sohn Fabian zeigt, wie heimisch die US-Metal-Legende bereits bei der Familie Lang in Frankelbach geworden ist.
Stefan, ein großer Fan seit den 80er Jahren, hat nach der Reunion der Band Nägel mit Köpfen gemacht und seinen Lieblingssänger kurzerhand nach Deutschland eingeladen. Im Hintergedanken, zusammen mit Tillmann, Patrick und Carsten von , die Band für Josh in Deutschland zu stellen.


Nachdem der GIG bei der Night of Power in Würzburg unter Dach und Fach war, schlugen auch wir, die Metalheads Remigiusland zu, und verpflichteten die Band für die HBN II. Nach einigen Proben mit Josh waren die Jungs für den Aufwärmgig in Kaiserslautern bereit, bevor es zu den beiden Festivals geht.
Es ist Punkt 23 Uhr, als Josh Kramer zum ersten Mal den Boden einer europäischen Bühne betritt. Das JUZ in Kaiserslautern erlebt eine denkwürdige Premiere.
Der Club ist für Lautrer Verhältnisse gut gefüllt und im Vorprogramm haben FRIENDLY FIRE und WARCHILD der Menge gut eingeheizt.
Die Band steigt mit "Plan II" ein und haut dann direkt die beiden Brecher "Holy Rollin" und "In the battle" dem erstaunten Publikum um die Ohren. Erstaunt ist man deshalb, weil Josh zunächst mal nicht die platten Attitüden eines Metal Frontmanns erfüllt, sondern seine ganz eigene Vorstellung von Performance hat. Hier ist nicht die dauerhaft schüttelnde Faust und wildes Headbanging angesagt, was er den Mannen um sich herum überlässt, sondern eine detailverliebte Gestik, mit der er seine Songs unterstreicht und sie veranschaulicht. Stimmlich ist der Mann dermaßen voll auf der Höhe, dass mich der Bandklassiker "Too late for living" einfach aus den Socken haut. Jeder Ton sitzt perfekt, und auch die hohen screams wirken nie störend, sondern untermauern eine außergewöhnliche Gesangsleistung, die ein Rob Halford (Josh könnte ohne weiteres jeden Priest Klassiker singen) heute nicht mehr leisten kann.
Danach geht es mit "The path", "In the night" und "On the street" weiter, welche ich mir auf dem Balkon des JUZ anschaue und die Freude bei jedem der Bandmitglieder spüren kann. Tillmann und Patrick beweisen ihr außergewöhnliches Talent an der Gitarre und Bassmann Carsten spielt sowieso in meiner ‚Band of Fame'. Schlagwerker Stefan, der sein Idol leider nur von hinten bewundern kann, bearbeitet seine Felle mit tiefer Inbrunst und man kann seinen Spaß an der Sache quasi mit Händen greifen. Mit "Warriors of the son" erfolgt dann ein weiterer Klassiker, der sich auf jedem 80er Priest Album gut gemacht hätte, bevor mit "Star Pilot" und "Ryders" nochmals gehörig die Gehörgänge durchgepustet werden.
Josh hat zwischenzeitlich nahezu jeden der Anwesenden mit Handschlag begrüßt und genießt die Resonanz des Publikums zusehends. Stimmlich ist auch am Ende des Sets noch alles erste Sahne und "Acid Rain / Full Armor" fordert nochmals den ganzen Frontmann, bevor dann mit "Phantom of the galaxy/Steel Killer" der reguläre Auftritt beendet wird.
Den Zugaberufen des Publikums kann sich die Band allerdings nicht verschließen und so werden auch kurz nach der Sperrstunde "Primed and Ready" und "Vicars of Fate" ins JUZ gefeuert. Dabei opfert Josh noch sein Dynasty-Shirt und zeigt dem Schreiber, wie ein männlicher Bauch aussehen sollte. Das weibliche Publikum ist auf alle Fälle sehr angetan.

Fazit: Gelungenes Debut auf deutschem Boden, da sich Band und Sänger als Einheit präsentieren und Josh stimmlich grandios ist. Auf den größeren Bühnen der Night of Power und der wird man zudem noch in der Lage sein, beim stage acting eine gehörige Portion draufzupacken, um die Botschaft von einem größeren Publikum nahe zu bringen.

Die tollen Bilder vom Gig stammen natürlich von unserem Haus- und Hofphotografen Christian Seip.
Vielen Dank!

(Matthias Decklar)