Majesty - Messenger - EVOLUTION - IVORY NIGHT
Nanzdietschweiler, 16.04.2005


Na, Bitte: Es geht doch! Da jammern Szene Veteranen jahrelang über zu wenige Fanunterstützung des Metal Undergrounds und plötzlich veranstaltet ein kleiner pfälzischer Metalclub mit der Headbanger's Night ein Festival, das sich als absolutes Event entpuppte und mit einem sagenhaftem Zuschauerzuspruch von über 600 Leuten so manch etablierter Veranstaltung richtig was vormachte! Das kleine Örtchen Nanzdietschweiler erwies sich als perfekter Austragungsort: Nah an der Autobahnausfahrt und zudem mit einem sehr attraktivem Austragungsort gesegnet: Die Kurpfalzhalle erwies sich als Mehrzweckhalle mit Super Akkustik, die irgendwie aussah wie eine etwas kleinere Tauberfrankenhalle in Lauda/Königshofen.

Als meine Wenigkeit die Halle um viertel vor neun betritt, ist diese schon recht voll Stimmung schon gut (kein Wunder bei Bierpreisen von 1,50€, hehe) haben zu diesem Zeitpunkt schon mehr als die Hälfte ihres Gigs hinter sich, doch das was ich noch zu hören bekomme, ist sehr gut und erinnert mich sehr stark an so manch geile NWOBHM- Truppe!

Nachdem ich ein paar Tage später in Ruhe die CD der Jungs gehört habe, habe ich mich um so mehr geärgert, hier nicht mehr gesehen zu haben - definitiv eine richtig geile Truppe!

waren dann NOCH besser: Der Fünfer überzeugte durch eine tadellose Performance und vor allem die sehr an alte erinnernden Songs konnten nicht nur mich auf Anhieb voll überzeugen! Das Quartett spielte die stärksten Stücke des famosen Debuts "Dark Dreams of Light" und vor allem die Kracher "Empire of Time" und "Endless Pain" haben den jetzt schon zahlreichen Zuschauern ordentlich in den Buppes getreten, sehr geil! Spätestens mit der völlig genialen Coverversion von "Sad but True" war die Kurpfalzhalle am beben und ich muss der Band für diesen Gig ein
riesengrosses Kompliment machen: Ich habe hier so richtig Lust auf mehr bekommen! Nach diesem starkem Gig waren dann eher eine mittlere Enttäuschung: Der Sänger (der seinen Bühnendress wohl von Michael Kiske's 87er Tour erworben hat) klang teilweise VIEL zu hoch (autsch!) und blamierte sich auch ansonsten teilweise durch Ansagen, die nicht besser hätten machen können! Höhepunkt war denn auch eine Coverversion der
New Yorker Metal Kings ("Master of The Wind"), ansonsten konnten mich die Jungs keinesfalls vom Hocker reissen, als dann noch der Sänger in peinlichster Manier seine Verlobung mit seiner Metalqueen on stage zelebrierte, wünschte ich mir das baldige Ende dieses Gigs herbei- bitte demnächst nur noch für den "Quatsch Comedy Club" buchen, danke!

Der eigentliche Höhepunkt sollte aber natürlich erst jetzt kommen: Mehr als 600 beinharte Metaller tosten dann auch vor Applaus, als das Hallenlicht ausging und das bekannte Intro von ertönte! Ich habe die Band jetzt schon einige Male live gesehen und noch nie haben mich Tarek & seine Warriors enttäuscht, doch der Auftritt in Nazdietschweiler glich schon eher
einem Triumphzug! kamen, sahen und siegten und rissen JEDEN Zuschauer voll mit! Tarek (neuerdings ohne Schenkelbürste im Gesicht- sah viel besser und jünger aus!) ist und bleibt einer der besten deutschen Frontmänner, einem Kerl wie ihm nimmt man selbst die pathetischste Ansage ab und wer darüber hinaus noch über solch ein Organ verfügt, der ist ein wahrer Metal Gott! Das sahen wohl auch die Zuschauer so, die jedes Stück begeistert mitsangen und Tarek förmlich aus der Hand fraßen. Die Tatsache, daß fast nur Highlights in der Hinterhand haben, macht es natürlich leicht, einen richtigen HAMMER Set zu spielen und so führten Songs wie "Majesty", "Reign In Glory", "Into The Stadiums", "Swords & Sorcery", "Keep it True","Metal Law", "Heavy Metal Battlecry", "Fields of War" und natürlich das obligatorische "Metal To The Metalheads" zu zahlreichen O(h)rgasmen unter den Zuschauern. Die Band selbst war ebenfalls tierisch von diesem Publikum
angetan und spielte sich in einen wahren Rausch, so daß am Ende wirklich JEDER Zuschauer vollkommen glückseelig über diese Veranstaltung war.

Fazit: Ein absolutes Highlight in der bisherigen Konzert Saison 2005 und sicherlich einer DER Geheim Tipps für die Fortsetzung der "Headbanger's Night" am 22.10.05.

HAIL TO MAJESTY
HAIL TO NANZDIETSCHWEILER
HAIL TO THE METALHEADS-REMIGIUSLAND!


Interview mit Veranstalter Matthias Decklar

MA: Matthias, mehr als 600 Zuschauer bei der ersten HBN, eine absolut begeisterte Stimmung und (außer vielleicht Messenger,hähä) nur Killergigs! Ich denke mal, die Erwartungen der "Metalheads Remigusland" wurden bei weitem übertroffen, oder? Wie lautet Dein Resümee?

MD: Wir sind immer noch total platt darüber, was an diesem Abend gelaufen ist. Unsere Vorstellungen waren realistisch, die Träume kühn, aber die Wirklichkeit war unglaublich. Die Leute haben tierisch gerockt und waren regelrecht ausgehungert nach einem solchen Festival. Für uns natürlich die Verpflichtung weiter zu machen.

MA: Wann hattet ihr die Idee für ein solches Festival, wie seid ihr auf gerade diese Bands gekommen und what The Hell habt ihr bloß für ein geiles Puplikum in Eurer Region? Ich habe z.B. hier in Anderbach oft den Eindruck, daß die Leute
ziemlich "verwöhnt" sind, was Konzerte betrifft......

MD: Wir sind alle totale Fans von . Bei einem gig in Neunkirchen/Saar mit Messenger im Novemer 2004 haben wir Tarek angehauen und gefragt, ob er auch mal in die Pfalz kommen würde. Daraufhin haben wir gebucht, ohne zu wissen wo und wann der Auftritt genau stattfinden soll. Anfang Dezember haben wir aus unserem Club einen e.V. gemacht, um rechtliche Klarheit zu schaffen und haben uns mit Nanzdietschweiler das Sahnestückchen unter den Hallen bei uns sichern können. Messenger waren dann auch mit im Boot und haben sich um die PA gekümmert, da wir zum damaligen Zeitpunkt noch
keine Erfahrung mit den technischen Sachen hatten. Mit habe ich mir dann einen Traum erfüllt, weil ich die Jungs richtig klasse finde und mir wünschen würde, Metallica spielten heute noch so eine Mucke. waren der regionale Beitrag des Festivals. Es kann auf dieser Welt keinen besseren Anheizer geben, als die Jungs aus K-town. Zum Publikum gibt es nur ein Wort:  U n g l a u b l i c h!! Du siehst, dass unsere Region ein solches Event geradezu erfleht hat.

MA: Im Juni kommen mit und ja sogar zwei eher etablierte Acts nach Nanzdietschweiler- erzähl mal was darüber!

MD: Da waren wir zufällig zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Der Kreis Kusel führt im Zuge der WM 2006 eine Mini WM 2005 durch, mit Mannschaften aus der ganzen Welt. Cheforganisator und Metalfreak "Schorsch" Guth hatte bei angefragt, ob sie das Lied "FÜR IMMER" als Turnierhymne zur Verfügung stellen würde. war von der Sache so begeistert, dass sie extra aus den USA eingeflogen ist, um bei der Auslosung des Turniers dabeizusein. Schorsch hatte da konzertmäßig schon einen Hintergedanken. Was ihm fehlte waren die Partner, um solches zu organisieren. Wir lernten uns dann drei Tage vor der Doro Sache kennen und er und die Metalheads zimmerten dann schnell einen Plan und konnten dazu bewegen, die Mini WM mit einem Konzert am 8. Juli in Nanzdietschweiler zu eröffnen. Als wir dann von der Agentur erfuhren, dass noch mit dabei sind, kannst du dir vorstellen, dass uns sämtliche Eier ausgelaufen sind.

MA: Du hast es ja bereits angekündigt, daß am 22.Oktober die zweite "HBN" Veranstaltung über die Bühne laufen wird- kannst Du hier evtl. schon was über geplante Bands u.ä. berichten?

MA: Gebucht ist momentan eine richtige gute Nachwuchsband aus dem Ruhrpott, namens THE MYSTERY. Sie haben den Charme der alten Warlock, zu Hellbound Zeiten. Ein echter Highlight ist die Verpflichtung der amerikanischen White Metal Legende, die in Person ihres Sängers JOSH KRAMER vertreten sein wird, der unterstützt wird von Ivory Night und Adorned Graves Musikern. haben in den 80ern geile Mucke im Stile von Priest gemacht. Die Jungs sind momentan wieder aktiv und Josh kommt extra über den großen Teich gesegelt, um exklusiv auf der HBN II und dem Powermetal Festival zu spielen. Als Headliner wünschen wir uns TANKARD. Ich denke, das werden wir hinbekommen. Damit wäre das Billing, bis auf eine regionale Band schon, komplett.

MA: Was ich sehr cool fand, war das am Samstag wirklich Leute aus allen nur denkbaren "Bevölkerungsschichten" da war- hier habern wirklich der Death Metaller mit der Techno Braut und der 40-jährigen Hausfrau zusammen abgebangt! So was habe ich seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen!

MD: Das fand ich auch total geil. Wir dachten uns aber schon vorher, dass bestimmt rund 50 Neugierige kommen würden, die mal sehen wollten, was da läuft. Aber allen hat es super gefallen. Somit konnten wir auch an diesem Abend einige Vorurteile über die "gefährlichen" Metal Fans ausräumen und viele neue Freundschaften stiften (Die letzten habe ich gegen 5.15 gesehen,
das sah allerdings sehr nach Samenstiftung aus). Es war einfach ne runde Sache. Zudem haben die Bands auch einige Kontakte knüpfen können, was uns total freut.

MA: Matthias- Leute wie Dich gibt es in der heutigen Szene leider viel zu wenig, deswegen wird das METAL AGE die Metalheads Remigusland auch in Zukunft bei allen Aktivitäten kräftig unterstützen- irgendwelche "letzten Worte" an die Leser?

MD: Im Namen der Metalheads möchte ich zunächst mal bei dir bedanken! Du hast uns in deinem Heft unterstützt und jeglichen support gegeben. Darum wird Uli Esser immer unser Gast sein. Wir sind halt alles Freunde des Metals und bei uns in der Region musste man etwas tun, um die Szene wieder zu bündeln. Wenn wir dies mit unseren Veranstaltungen machen können, nehmen wir gerne die Arbeit auf uns. Verbinden tut uns und dich nämlich eines: Wir sind die "DEFENDERS OF METAL" und machen es wegem dem Spaß. Als gemeinnütziger Verein wollen und dürfen wir auch nichts verdienen mit unseren Veranstaltungen. Was übrig bleibt, kommt ins nächste Projekt. Wenn du nämlich mit solchen Sachen richtig Kohle machen willst oder musst, dann
bleibt der Spaß und die Liebe zur Musik auf der Strecke. So wie man aus deinen Interviews den Spaß und die Liebe zum Metal herausliest, so wollen wir der Musik und den Fans dienen. Solange ihr kommt, werden wir organisieren!

Interview:   Uli Esser