Metalheads Album-Tipp Juli 2008:

ELVENPATH - Spyrol

 

Bereits vor einiger Zeit veröffentlichten die Hessen, die aus dem Großraum Farnkfurt stammen, ein Demo, auf dem drei Songs von "Spyrol" vorab präsentiert wurden. Nun folgt der ganze und damit dritte Silberling, der im Kohlekeller-Studio produziert wurde, wo auch schon CREMATORY oder VIRON untergekommen waren. Der Bandname könnte eventuell etwas irreführend sein, denn ELVENPATH haben sich nicht dem Bombast verschrieben, sondern spielen tighten 80er Power Metal, mit viel Epos und Leidenschaft. Die beiden Albumopener "Burning Skies" und "Priests Of War" spalten direkt jeden True Metal-Schädel und lassen keine Fragen offen. Etwas JUDAS PRIEST, etwas IRON MAIDEN und viel Nostalgie für die gute Zeit, formen sich hier zu zwei klasse Songs, die direkt in Birne und Beine gehen. Gitarrist und Bandhirn Till Oberboßel, der für nahezu alle Songs und Lyrics verantwortlich ist, hat wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet. Von den weiteren Songs sticht zunächst die Hymne "Angel Of Fire" noch megamäßig heraus, die sich über fast zehn Minuten Spielzeit zu einem entfesselnden Metalmonster entwickelt. Die Gitarrenarbeit des Duos Tim Oberboßel/Anastasia Schmidt ist natürlich nicht sonderlich innovativ, versprüht aber den Spirit der 80er Bands ohne Wenn und Aber. Tim Zahn ist ein Underground-Sänger und wird es auch immer bleiben, doch machen gerade diese nicht perfekten Stimmen diese Art von Bands auch aus und geben ihnen ihren Erkennungswert. All dies, was ich euch bisher berichtet habe, gipfelt in dem Übersong des Albums. Mit "Northern Son" haben ELVENPATH einem der größten Metalsöhne ever gehuldigt. Dem viel zu früh abberufenen QUORTHON erreichen die Grüße in Valhalla und die werden ihn mit Sicherheit erreichen. Der Band ist mit dieser Powerballade ein kleines Meisterwerk gelungen, deren Textzeilen in Stein gemeißelt auf jedem Metalaltar stehen sollten. Ich kann mich nicht daran satt hören und muss diesen Refrain zwangsweise laut überall mitsingen, mit voller Inbrunst und der Hand auf dem Herz, selbstverständlich. Wer für Bands wie die schweizer EMERALD in den Krieg ziehen würde, CASTLE WELL und IVORY NIGHT kennt und die Frühphase von VIRGIN STEELE huldigt, der dürfte mit ELVENPATH mehr als richtig liegen. Dass das kommerzielle "Late At Night" und "The Mask Of Sorrow" etwas abfallen ist den Jungs und dem Mädel verziehen, dafür gibt es mit "Act Of Innocent" zum Schluss einen instrumentalem Arschtritt als Rausschmeißer, der ohne Ende abgeht. Ich lehne mich zurück, erhebe das Trinkhorn und bin sehr zufrieden! Bestellen könnt ihr das Teil für 10 Euro über die Bandhomepage.

Matthias Decklar

   
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