Metalheads Album-Tipp Mai 2008:

S.I.N - The 13th Apostle

 

Die deutsch-norwegische Kombination um Mastermind Deddy Andler ist mit ihrem dritten Album zurück und lässt es wirklich krachen. Die Melodic Metal Anhänger dürfen sich auf eine wunderbare Zeitreise in die Geschichte aller Geschichten freuen, die nicht nur musikalisch sondern auch textlich fesselt. Es ranken sich nicht erst seit dem "Da Vinci Code" Mythen und Legenden um das Leben und Wirken von Jesus Christus. Andler nimmt einen Text aus einem apokryphen Evangelium zur Vorlage, also aus einem das keinen Eingang in die Bibel gefunden hat und von der Kirche nicht als wahre Lehre gesehen wird, und konstruiert die Geschichte des 13. Apostels Julian, der sich in die Schwester des Messias verliebt und dem Meister folgt. Einige Ungereimheiten der Passionsgeschichte erfahren hier ihre eigene Deutung (beispielweise waren die schlafenden Jünger im Garten Gethsemane von Judas betäubt) und fügen sich am Schluss zusammen. Ich bin wahrlich von dieser textlichen Umsetzung begeistert, wobei die Songs zum Teil durch Mono- oder Dialoge der Hauptfiguren eingeleitet werden. Diese werden von Carsten "Lizard" Schulz (Jesus) und Renee Walker Junia) intoniert. Die Hauptrolle (Julian) übernimmt selbstverständlich Bandsänger Patrick Simonsen, der eine schöne, kraftvolle Rockstimme hat. Doch nicht nur die Texte passen bei diesem Album, auch die Musik weiß zu begeistern und SIN schaffen den musikalischen Spagat zwischen EDGUY, BONFIRE und alten DOKKEN und bieten ein Feuerwerk an eingängigen Melodien, fetten Chören, gitarrenbetonten Songs und schönen Balladen,die zusammen genommen ein wahrhaft mächtiges Album ergeben, das Glanz und Würde hat. Herausragend ist das Gesamtkunstwerk als solches, denn ihr werdet es kaum schaffen nur einzelne Songs zu hören, sondern immer das Album als Ganzes. Meine Favoriten auf einem Werk ohne Ausfälle hören auf die Namen "Junia's Eyes", In Your Darkest Hour" und "Tears Of Gethsemane" (Wahnsinnsballade). Danke S.I.N.!

Matthias Decklar

   
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