Metalheads Album-Tipp April 2008:

PALACE - Divine Intervention

 

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich selbst auf PALACE erst im Jahre 2006 aufmerksam geworden bin und sie dann im letzten Jahr in Kaiserslautern im JUZ zum ersten Mal live bewundern durfte. Wer auf traditionellen Metal der 80er steht und zu seinen Lieblingsalben "Power Infusion" von TRANCE zählt, "Breaker" von ACCEPT und auch heute noch jede U.D.O. Scheibe blind kauft, der muss sich mit den Jungs aus Speyer dringend beschäftigen. War der 2006 Output "Black Sun" schon eine kleine Offenbarung, erklimmt man nun mit "Divine Intervention" den Olymp des Teutonenstahls und reiht sich dort direkt neben METAL INQUISITOR zu den "True Heroes Of German Heavy Metal" ein. 9 endgeile Hymnen haben die Jungs um Gitarrist Jason Mathias eingezimmert, die teilweise bereits beim ersten Durchlauf voll zünden. So stellen "The Last Waltz (Of The Tyrants)", "Metal Angels" und "The Healer" Songs dar, für die sich der Gute Udo Dirkschneider seinen rechten Daumen ablutschen würde, ständen sie auf einem seiner aktuellen Alben. "The Honest And The Brave" ist d i e Metalhymne schlechthin und wird von mir künftig vor den Spielen der Nationalmannschaft angespielt. Sänger HP Piller wird für jeden DREAM THEATER Fan ein Albtraum sein, aber harte Jungs wie wir und Oli Kahn fordern Eier und die hat Piller nun wirklich. Stimmlich genau in der Mitte von Onkel Udo und Lothar Anthony (TRANCE) gibt er bei jedem Song immer alles und bringt die Songs vor allem live genau so intensiv rüber. Das Material ist durchgängig im Midtempo-Bereich gehalten, wobei durchaus auch mal die Sporen gegeben werden. Textlich gibt es nicht Drachen und Schwerter, sondern gesellschaftliche Themen und Science Fiction stehen an, wenn PALACE zu den Lyrics schreiten. Ach ja, "When I Die", der Titelsong und "Bloodsucker" sind auch klasse und bestechen durch exzellente Gitarrenarbeit des Duos Piller/Mathias, wie auch durch den nötigen Dampf aus dem Hintergrund, den Achim Jacobitz am Bass und Harry Reiter an den Drums verbreiten. Da der Opener "Generation Psi Forces" und "Injection Of Affection" meiner Meinung nach nicht ganz den überragenden Standart der anderen sieben Songs halten können, gibt kleine Abzüge in der B-Note und so bleibt am Ende ein fast perfektes Album, das bereits jetzt einen Klassiker des deutschen Metals darstellt.. Wer am 12.04.08 nicht zur Release Party nach Speyer kann, sollte sich das Teil dringend über die Homepage bestellen und dabei gleich auch "Black Sun" ordern und Porto sparen, weil ihr sowieso süchtig nach PALACE werdet.

Matthias Decklar

   
vergangene CD-Tipps