Metalheads Album-Tipp Oktober 2007: EMERALD - Hymns To Steel
Pure Steel Records
|
|
Wo anders, als im Land der Neutralität und Unabhängigkeit, könnte sich eine Band so lange gegen alle Trends behaupten, wie die Kultschweizer von EMERALD. Die Band um Gitarrist Michael Vaucher kann auch mit ihrem vierten Streich "Hymns To Steel" eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass der Underground lebt. Nachdem man mit dem Zweitling "Calling The Knights" ein absolutes Ausnahmewerk im Bereich Epik-Metal erschaffen hatte und der Nachfolger "Forces Of Doom" ebenfalls ein hervorragendes Album ist, steht nun endlich der Nachfolger parat, der zunächst einmal wieder durch ein geniales Cover besticht. Glücklicherweise wird diese Scheibe auch als Vinyl veröffentlicht. Der Sound ist okay, halt nicht anders wie auf der letzten Scheibe auch, aber ich denke, da gibt das Budget eben nicht mehr her. Für mich kein Problem. Nach dem gewohnt spannenden Intro eröffnet das Album mit dem Titelsong, der ein absoluter Brecher ist und live zünden wird wie eine Rakete. Bei EMERALD tut sich neuen Hörern zu diesem Zeitpunkt aber die Crux auf. Entweder man liebt Sänger Jvo Julmy oder man hasst seinen Gesang. Jvo lebt die Songs von EMERALD und intoniert sie aus ganzem Herzen. Er ist halt ein echter True-Metal Vokalist, der sich oft in hohen Tonlagen austobt. Bei "Empire Of Lies", einem verdammt starken Song, wird dieser Konflikt sehr deutlich. Dort wird es selbst mir stellenweise zu hoch, was dem Song nicht unbedingt dienlich ist. Weiter hat man mit "We Shall Rise", "Blind Mass", dem Knaller "Bastardo" und dem epischen "Bard Of The King" typische EMERALD Hymnen an Bord, die mit allen Trademarks der Schweizer ausgestattet sind. Vauchers Gitarrenspiel ist so grandios old school, dass man die Läufe auf der heimischen Platikversion beim zweiten Hören schon mitspielen will. Der Keyboardeinsatz seines Bruders die nt lediglich der Untermalung der Songs und so legt er einen harmonischen Teppich im Hintergrund aus. Auch die obligatorische Coverversion ist wieder vom Feinsten. "Azrael" von CRIMSON GLORY, wird nicht nur super vertont, sondern auch von Jvo klasse gesungen. "My Way" und die Ballade "Will You Ever Return" fallen vom Niveau her ein wenig ab, können den insgesamt hervorragenden Eindruck des Albums nicht schmälern. Die Epik-True-Gemeinde wird zufrieden ein Schälchen Met trinken und zu Odin beten, dass wir die Eidgenossen bald mal wieder auf deutschem Boden sehen.
Matthias Decklar |
|
| vergangene CD-Tipps | |