Im Wissen, dass mir ein kilometerreicher Tag vor der Tür steht und ich bestimmt vier Stunden im Auto verbringen werde, greife ich mir die neue PRIDE OF LIONS, um sie ausführlich auf Herz und Nieren zu testen. Ich wäre an diesem Tag freiwillig noch vier weitere Stunden gefahren, wenn zuhause nicht ein paar liebe Menschen gewartet hätten.
Im Jahre 2003 brachte mir das Debut von PRIDE OF LIONS den Glauben an die Zukunft des AOR wieder zurück. SURVIVOR Mastermind Jim Peterik und der gänzlich unbekannte Toby Hitchcock veröffentlichten mit dem Debut ein Meisterwerk des melodischen Rocks und auch der Nachfolger „The Destiny Stone“ war ein Glanzlicht, wenn auch nicht ganz so stark wie der Erstling.
Mit „The Roaring Of Dreams“ toppen die beiden, meiner Meinung nach, beide Alben und jede weitere Veröffentlichung des Genres wird es schwer haben, dieses Album im Jahre 2007 vom Thron zu stoßen.
Den Opener „Heaven On Earth“ hätte ich mir an gleicher Stelle auf dem neuen MEATLOAF Album gewünscht, ein echter Knaller, auf den das Fleischklößchen mächtig stolz gewesen wäre. Das folgende „Book Of Life“ ist ein Melodic-Rocker erster Güte und man fragt sich, woher Herr Peterik immer wieder diese genialen Ideen nimmt. „Language Of The Heart“ ist ein typischer SURVIVOR Gassenhauer, der an beste Tage dieses Ausnahmeband erinnert. „Defying Gravity“ ist nahezu eine Speedgranate und zeigt, dass der Löwe auch richtig brüllen kann. Der Titeltrack ist voll Pathos und überzieht den Hörer mit einer dicken Gänsehaut. Auch an der Balladenfront ist natürlich alles erste Sahne. „Faithful Heart“ sowie „Love’s Eternal Flame“ sind wunderschöne Songs, die von den wechselnden Gesangparts der beiden Ausnahmeshouter leben und getragen werden. Der Rausschmeißer „Turnaround“ wäre im Plattenzeitalter wörtlich zu nehmen gewesen. Die CD muss glücklicherweise nicht erst rumgedreht werden, sondern man drückt einfach den Repeatknopf und die Reise durch die Welt der mächtigen und stolzen Löwen beginnt von vorne.
Fazit:
Wer auf geniale melodische Rockmusik steht, SURVOVOR, JOURNEY, FOREIGNER und Konsorten verehrt, der muss hier zugreifen. Die anderen beiden Alben werden dann folgen, versprochen.
Matthias Decklar |