Metalheads Album-Tipp Januar 2007:

GRAVE DIGGER – Liberty Or Death

Locomotive Records
VÖ: 12.01.2007
Spielzeit: 61:33

 

Aahhh, endlich, denk ich mir und lege mit großen Erwartungen den Silberling ein. In den Berichten aus dem Studio war ja nur Gutes zu hören und so bin ich doch mal sehr gespannt, was der olle Totengräber noch zu bieten hat. Die Mannen um Frontsau Chris Boltendahl sind sicherlich eine der letzten Größen der „alten“ deutschen Metalszene, die in den 80ern für den Boom unserer Musik verantwortlich waren. Schon damals spaltete der gute Chris mit seinem extremen Gesang (kann man es so nennen?) die Anhängerschaft, doch gute Scheiben hatten die Jungs immer. Nach dem großen Split zur Jahrtausendwende, ging es für GRAVE DIGGER dann wieder aufwärts, ohne dass man, meiner Meinung nach, aber die Qualität des genialen „Excalibur“ Albums nochmals so ganz erreicht hätte.
Die neue Scheiblette startet mit dem Titelsong. Dieser hat alles, was einen guten Digger ausmacht. Fette Gitarre, bleischweres Tempo und Onkel Boltendahls Reibeisenorgan. Guter Beginn, der mit „Ocean Of Blood“ fortgeführt wird. A b e r d a n n, liebe Gemeinde, endlich!!! Als der Dudelsack zu Beginn von „Highland Tears“ erklingt, sind alle Zweifel weggewischt. Endlich wieder dieses Feeling, nach Schottland und altem Gemäuer. „Highland Tears“ wird ein Klassiker, versprochen.  Aber, und das wird die Digger-Gemeinde freuen, es ist auch ein Nachfolger für „Rebellion“ gefunden! Ja, „Silent Revolution“ hat all das, was den Kultsongs der Friedhöfler ausmacht und wird diesen in naher Zukunft aus dem Zugabenteil ablösen.
Dazu gibt es mit „The Terrible One“ noch einen knochentrockenen Knaller und mit „Until The Last King Died“ einen recht sperrigen Stampfer, welcher aber seine Qualitäten bei mehrmaligem Hören total entfaltet. Die abschließende Ballade „Massada“,  mit ihren orientalischen Einflüssen, ist ungewöhnlich, aber bärenstark ausgefallen. Ebenso hätte es der Bonustrack des Digipacks, „Ship Of Hope“ auch auf das normale Album schaffen sollen. Und damit wären wir beim Punkt. Wären wir mit diesen 9 Songs und 50 Minuten Spielzeit am Ende,  würde ich die glatte Eins ziehen. Doch letztendlich hat man mit „Shadowland“ und „Forecourt Of Hell“ noch zwei schwächere Songs am Start, die das Niveau des genialen Restmaterials nicht halten können.

Fazit:
Tolle Melodien, fette Produktion, exzellente Gitarrenarbeit und Gräber Chris in Topform, was willst du mehr, wenn du auf geilen, traditionellen Heavy Metal stehst?!
Von mir ein dickes Lob an diese Institution des deutschen Metals. Jungs, grabt weiter!

Matthias Decklar

   
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