| Endlich! Meine Lieblingsschweizer legen mit ‚Hellraiser' ein neues Album vor. Das war in den 90ern leider nicht immer ein Genuss, doch nach der Rückkehr von Sangesgott Marc Storace haben die Schweizer bereits mit dem letzten Album ‚Rock The Block' zu alter Stärke zurückgefunden und das lässt hoffen.
Der megaumjubelte Auftritt beim Bang your Head Jubiläum hat auch die Livepower der Käsis bewiesen und aufgezeigt, warum sie in einem Atemzug mit AC/DC genannt wurden.
Vorweg, das neue Album wird die Klassiker ‚Metal Rendez vous' und ‚Headhunter' nicht vom Thron stoßen, doch es stellt sich ohne Zögern vor diesen.
Einen besseren Dreierpack zum Einstieg, wie "Hellraiser", "Too Wired To Sleep" und "Hangman" habe ich seit etlichen Zeiten nicht mehr gehört. Unglaublich, was das Duo Meyer/Storace da aus dem musikalischen Ärmel schüttelt. Man möchte einfach aus dem Haus rennen und dringend ein Konzert der Krokusse aufsuchen, um einfach mit der Band weiter zu rocken. Die Songs wieken so frisch, als hätte man es mit einer Band zu tun, die in den euphorischen Anfangstagen ihres Schaffens steht. Auch "Angel Of My Dreams" ist ein starker Song, verblasst zunächst aber gegen den Auftakt und so braucht man den zweiten und dritten Durchlauf, um diese geniale Scheibe so richtig zu genießen. In Plattenzeiten wären eben nur 10 anstatt 15 Songs auf dem Album gelandet und man hätte direkt von einem Klassiker gesprochen. Heute braucht man einfach länger Zeit um die Vielzahl der Songs auf sich wirken zu lassen. Dabei stechen weiter "Midnight Fantasy", der Speedrocker "Spirit Of The Night" und die Ballade "So Long" heraus. Die Edit-Version bietet mit "Walking In The Spirit" noch ein weiteres Sahnteilchen. Als Fan der ersten Stunde bin ich mächtig gerührt, dass die Jungs noch mal ein solches Album geschmiedet haben und muss erkennen, dass der Ausstieg von Fernando von Arb der Band nicht geschadet hat und er wohl für die musikalischen Verbrechen ‚Stampede' und ‚Round 13' verantwortlich war.
Danke! Danke! Danke! KROKUS is back!!!!
Fazit:
Vorsicht! Die Schweizer Hardrocker haben ein Album mit erhöhter Suchtgefahr produziert, das unter Umständen recht lange euren Player blockieren wird. ‚Hellraiser' wird in der Rückschau zusammen mit ‚Hardware' und ‚One Vice at a time' genannt werden und das sagt alles über dieses wahnsinnig geile Album aus.
(Matthias Decklar) |