Ich geb's zu. Das Ding gibt es schon einen Monat, man kann über die Crüe denken wie man will und die neue COMMUNIC ist die geilste Scheibe dieses Jahres. Alles richtig! Aber bei durchgehend 30 Grad und Sommerfeeling ohne Ende, braucht ihr einfach was tierisch Erfrischendes.
Die neue Live-CD der Amerikaner ist ein dermaßen hammerscharfes Teil geworden, dass man alle Enttäuschungen der letzten Jahre vergessen sollte und auch mal hinten anstehen lässt, ob die Jungs nur geldgeil sind oder wirklich noch mal abrocken wollen.
Auf CD1 werden die ersten drei Alben (Gott hab sie selig) in breiter Form präsentiert und das Ganze klingt wesentlich härter als in den 80ern. Vince Stimme ist immer noch gut in Form, sodass eine nachträgliche Polierung wohl kaum notwendig gewesen ist. "Shout At The Devil", "Ten Seconds To Love" oder das unsterbliche "Live Wire" sowie der Übersong "Louder Than Hell" lassen die Temperatur gleich auf 40 Grad steigern und schließt man die Augen, fühlt sich eigentlich mittendrin im Konzert.
Auffallend bei CD2 ist die Tatsache, dass sich die neueren Nummern nahtlos zu den Klassikern einfügen und somit die Scheibe wie aus einem Guss wirken lassen. Du hast nie das Gefühl eine Nummer wegdrücken zu wollen, sondern hörst dir das Teil von vorne nach hinten an und drückst die Repeat-Taste. Der Balladenteil, bestehend aus "Glitter" (genial), "Without You" und der Ballade aller Balladen "Home Sweet Home" sorgt für Tränen in den metallischen Augen und man fragt sich, wie die Zeit vergangen ist.
Für mich steht ‚Carnival of Sins' auf einer Stufe mit Klassikern, wie ‚World Wide Live' von den Scorpions oder ‚Live After Death' der Jungfrauen.
Als Zusatz gibt es jeweils noch ein Sahnestückchen, in Form der Live Videos von "Too Fast For Love" (cool) und "Dr. Feelgood".
Fazit:
Mötley Crüe liefern mit dieser Scheibe gute 90 Minuten beste Rock Unterhaltung, die perfekt zu diesem Sommer passt und an der man sich nicht satt hören kann. So muss Rockmusik im neuen Jahrtausend klingen! Also, Anlage raus in den Garten, Dosenbier aus dem Kühlschrank und los geht's!
(Matthias Decklar)
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