Metalheads Album-Tipp FEBRUAR 2006:

MAJESTY – Hellforces

 

Mit Spannung erwartet wird die neue Scheiblette von Majesty. Nachdem das dritte Album ‚Reign in Glory' zwar einige Hochkaräter enthielt, insgesamt aber dem Kultwerk ‚Sword and Sorcery' nicht ganz das Wasser reichen konnte, darf man gespannt sein, wohin der Weg von Tarek und seinen Mannen gehen wird.
Nur drei Monate vorher bewies der Fronter seine vorzüglichen Songwriter Qualitäten, mit der Veröffentlichung seines DAWN RIDER Projekts, welches musikalisch und inhaltlich seiner Hauptband sehr nahe kommt.
Nun liegt sie also da, benannt nach den Kräften der Hölle, ‚Hellforces'.
Wie üblich, bereitet ein starkes Intro den Weg zum ersten Song. Der Titeltrack kommt dann auch in traditioneller Manier aus den Boxen und eröffnet schnell und heftig. Die Schlacht kann beginnen. Mit "Dance With The Demon" kommt dann aber schon eine faustdicke Überraschung. Ein Midtempo Track, der sofort zuschlägt und für die Band neue musikalische Wege eröffnet. "Sons Of The New Millenium" ist dann die Single, die vorab schon mit einigem Zusatzmaterial veröffentlicht wurde. Hier ist ehrlich gesagt, die Grenze zum Kitsch nicht weit und dennoch packt einen der Song dermaßen, dass du ständig auf die Repeattaste drücken willst. Ich hab mich nun auf alle Fälle schon mehrmals dabei erwischt, wie ich das Teil an der Kasse im Supermarkt oder bei sonstigen Events, die man in aller Stille tut, vor mich hinträllere.
Damit ist eigentlich schon alles über die Spannbreite des neuen Albums gesagt. sind abwechslungsreicher und daher auch für jeden Metal- oder Hardrock-Fan interessant geworden. Auch textlich weicht man öfters man von der Ultra-True-Schiene ab und diese Abwechslung tut gut.
Ins Ohr fallen einem sofort die beiden Accept-lastigen Tracks, "Like A Raptor" und "Nowhere Man". Letzterer ist textlich quasi als Fortsetzung von "Into The Stadiums" zu sehen und die Reptilstory hat auch noch einen schönen schaurigen Text, wie wir es von den Solingern gewohnt waren. Die beiden Songs könnten ohne weiteres auf dem Jahrhundertalbum ‚Balls to the walls' stehen.
Richtig umgehauen hat mich allerdings "Guardians Of The Dragongrail". Diesen Melodic-Speed-Hammer hätte ich von Rhapsody, den alten Helloween oder von unseren italienischen Freunden Dark Horizon erwartet, aber nicht von . Meine Güte, pfeift da der Wind aus den Boxen.
"Heavy Metal Desire" und "Fight Forever" sind typische, qualitativ hoch stehende Brecher, die Live das volle Brett werden. Ich möchte bei dieser Tour nicht in Tareks Haut stecken. Die Songauswahl erscheint mir schon fast unmöglich, da die Band mittlerweile einfach zu viele Klassiker produziert hat. Da tut es gut, dass mit "March For Victory" ein auch ein recht schwacher Song am Start ist, dessen Fehlen ‚Hellforces' nicht geschadet hätte.
Auch die obligatorische Ballade kann dem Meisterwerk "Thunder in the silence" nicht ganz das Wasser reichen. Von "We will ride" oder dem auf ewig unerreicht bleibenden "Aria of Bravery" will ich hier gar nicht reden. Dass mich keiner falsch versteht. Die Ballade ist klasse, aber die Band hat die Messlatte zum Teil einfach schon zu hoch gelegt, um jedes Mal drüber zu springen.
Ganz zum Schluss gibt es dann noch ein kleines Schmankerl, in Form von "Metal Law". Der bereits auf dem Liveoutput veröffentlichte Brecher, wird hier von Tarek, zusammen mit Ikone Udo Dirkschneider neu intoniert und vollendet das Album in perfekter Manier.

Fazit:
haben mit ‚Hellforces' eine Album am Start, das wesentlich abwechslungsreicher rüberkommt als "Reign in Glory". Tarek hat sich stimmlich nochmals gesteigert und die Gitarrenarbeit ist ein echter Genuss. Bis auf eine Ausnahme, bietet die Band Heavy Metal vom Allerfeinsten und hat wieder einige Klassiker am Start, die aus dem Liveset künftig nicht mehr wegzudenken sein werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Tour gut läuft und sich die Band neue Fanschichten erschließen kann. Nachdem die einstigen "Kings of Metal" ihre 2006 Tour nun endgültig gecancelt haben (haben wir uns da bei den Eintrittspreisen etwas übernommen???), sind MAJESTY bereit, den Thron zu übernehmen.

Wir sehen die Jungs dann am 20. Mai in Kusel im Be-Inside, wo sie im Rahmen des UNITED METALHEADS FESTIVALS ihre Deutschland Tour abschließen.

(Matthias Decklar)

 

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