Mit der Koblenzer Formation legt eine der unterbewertesten Bands in Deutschland eine Hammerscheibe vor, die allen Freunden der guten 80er und nicht nur denen, die Tränen in die Augen treiben wird.
Schon alleine das Vinyl in den Händen zu halten ist reine Befriedigung. Auf 500 Kopien reduziert und in Farbe gehalten, bietet das Cover den Charme deutscher Produktionen, wie man sie von Warlock, Mad Max oder Talon kennt. Am liebsten würde man hinter einem der Bäume stehen und den dunklen Reiter aus der Nähe betrachten.
Das Intro lässt einen dann gespannt auf den Titelsong des Albums warten und "Heretic" stampft dann furios aus den Boxen. Das ist gute alte Heavy Metal Schule, die keine gesonderten Zusätze braucht, um ihren Stil zu beschreiben, einfach reiner HEAVY METAL! "Restricted Agony" und "Thane of Cowder" (was für ein Titel, was für ein Text) lassen dann vorsichtig erahnen, auf welche metallische Höhen dieses Album zusteuert. Sehr kraftvoll, aber auch melodiös kommt "Thane" daher und setzt sich sofort im Ohr fest. "Midnight Rider" handelt dann wohl vom dunklen Reiter, der auf dem Cover so geheimnisvoll daher kommt.
Die zweite Seite (jawoll, so was gab es mal) beginnt düster mit dem schleppenden "Infamia", welches sich zu einem Reißer vor dem Herrn entwickelt und setzt nahtlos fort, was auf Seite 1 begonnen wurde. "Logan's Run" ist textlich gesehen ungewohntes Terrain und beschäftigt sich mit dem zukünftigen Leben auf anderen Planeten. Was dann so unspektakulär mit "M4 A1" betitelt wird, bläst einem schon beim ersten Hören die Birne weg. Wo nimmt Mastermind Blumi dieses Ideen her. Der Mann muss im England der Jahre 1979-1982 gefangen sein. Als wäre es ein Stück von ihnen, fügt sich der Priest Klassiker "Invader" ins Gesamtkonzept des Albums ein und verbreitet endgültig den Flair der guten alten Zeit.
Abgeschlossen wird die Scheibe von dem speedigen "Take Revenge", Eine Granate vor dem Herrn donnert da aus den Boxen und man ist nur noch wild am "Take Revenge on" rufen, während man mit der Luftgitarre durch das Zimmer hüpft.
Fazit: Rheinland-Pfalz hat ein heißes Metal-Eisen in der Schlacht, das leider live nicht so oft zu bewundern ist, da die Herren zum Teil anständige Familienväter sind und sich der wirklich wichtigen Dinge im Leben bewusst sind. Wenn das allerdings dazu führt, dass uns in regelmäßigen Anständen solche Songs geschenkt werden, wünsche ich jedem 13 Kinder. Danke der metallenen Inquisition!
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